Wir alle kennen das: Man trifft sich auf einen Kaffee, quatscht über das Wetter, die Arbeit oder die Pläne fürs Wochenende. Ein ganz normales, oberflächliches Gespräch. Für die meisten Menschen ist das unbeschwert. Für mich? Ist es oft eine emotionale Gratwanderung.
Viele Menschen, die mich privat kennen, vergessen im Alltag eine Kleinigkeit: Meine Hellsehigkeit und Hellfühligkeit haben keinen Ausschaltknopf. Ich kann meine Antennen nicht einfach an der Garderobe abgeben, wenn ich den Raum betrete. Wenn ich jemandem emotional nahekomme – und diese Nähe zulasse –, öffnet sich für mich ein Buch. Und in diesem Buch lese ich nicht nur die Worte, die gesprochen werden, sondern vor allem das, was dazwischen liegt.
Das Dilemma mit der Wahrheit
Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könnte eine Fassade aufrechterhalten, wenn man mir gegenübersitzt. Wenn Geschichten erfunden werden, wenn das Gegenüber mich eigentlich überhaupt nicht leiden kann oder wenn mir glatt ins Gesicht gelogen wird, dann höre ich nicht nur die Lüge – ich fühle sie. Es ist wie ein falscher Ton in einer Symphonie. Es schwingt eine Dissonanz mit, die sich sofort in meinem Energiefeld bemerkbar macht.
Die eigentliche Herausforderung im Privaten ist dabei gar nicht mal das Erkennen der Unwahrheit. Die Kunst liegt darin, das Ganze so stehenzulassen. Denn ich gehe natürlich nicht sofort mit allem, was ich sehe und fühle, nach außen. Ich klopfe nicht bei jedem Smalltalk direkt mit der absoluten Wahrheit an die Tür. Aber in dieser völlig konträren, oft schweren Energie des anderen zu schwingen und gleichzeitig die Contenance zu bewahren – das kostet Kraft.
Die ungezähmte Kraft des Skorpions
Dass meine Antennen so unfassbar fein justiert sind, ist kein Zufall. Als Skorpion bin ich ohnehin in den tiefen, mystischen Gewässern der Emotionen zu Hause. Der Skorpion hat den Ruf, das Verborgene zu suchen. Wir geben uns nicht mit der Oberfläche zufrieden; wir wollen den Kern, das Fundament, die nackte Wahrheit sehen – egal, wie unbequem sie ist.
Ein Skorpion spürt die Schwingung eines Raumes, noch bevor er ihn überhaupt betreten hat.
Diese intensive, empathische Ausstattung unterstreicht meine tägliche Arbeit. Sie ist das Fundament, auf dem ich Menschen helfe, durch ihre eigenen Schattenblicke hindurchzusehen und Klarheit zu finden. Im Beruf ist diese Gabe mein wertvollstes Werkzeug.
Im Privatleben hingegen fordert sie radikale Konsequenz.
Mein Schutzraum: Warum ich die Distanz wähle
Ich werde oft gefragt, warum ich meinen privaten Kreis so klein und ausgewählt halte. Die Antwort ist simpel: Ich schütze meine Energie.
Ab einer gewissen Nähe, die ich zu einem Menschen zulasse, gibt es für mich kein „Übersehen“ mehr. Ich sehe dich – ganz und gar. Und genau deshalb habe ich im privaten Umfeld schlichtweg keine Zeit und keine Kraft mehr für Oberflächlichkeit oder Unehrlichkeit. Es strengt an, Masken anzustarren, wenn man das wahre Gesicht dahinter längst kennt.
Ich distanziere mich heute ganz bewusst von Menschen, die nicht ehrlich mit mir – und vor allem mit sich selbst – sind. Nicht aus Arroganz, sondern aus Selbstachtung. Mein privates Umfeld darf ein sicherer Hafen sein, in dem die Energien rein, ehrlich und echt sind. Denn nur wer bereit ist, seine Maske fallen zu lassen, findet einen echten Platz in meinem Leben.
Ich war in Urlaub – Silberhochzeit
Acht Tage Nordsee – acht Tage durchatmen. Unsere Silberhochzeit in DornumersielEs gibt Orte, die machen nichts Besonderes. Und genau darin liegt ihre besondere Kraft.Für uns


